Das Original Braunvieh


Weltweit gibt es annähernd tausend Rinderrassen. Natürlich kann man sich fragen, weswegen denn Original Braunvieh etwas Besonderes sein soll. Es wurde seit Jahrhunderten als Zweinutzungsrind gezüchtet. Infolge der Intensivierung der Landwirtschaft ab den 1960er-Jahren hatte sich die Zucht der meisten Rinderrassen in einseitige Milch- und Fleischtypen aufgeteilt. Diese Spezialisten erbringen auf ihrem Gebiet (Milch ODER Fleisch) hohe Leistungen, sind aber auf Kraftfutter (also Getreide und Soja) angewiesen. Ab dieser Zeit war die Zucht (d.h. Weiterentwicklung) fast aller Zweinutzungsrassen eingeschlafen; Original Braunvieh ist eine der wenigen Ausnahmen. Als eine moderne Zweinutzungsrasse kann sie auch mit weniger gutem Futter klar kommen und ist dennoch produktiv. Mit ihr ist es möglich, ausschliesslich mit Grundfutter Milch und Fleisch zu produzieren. Sie ist die widerstandsfähigste der kontinentaleuropäischen Rinderrassen und somit auch in heissen und kalten Klimata zu halten. In Südamerika hat Original Braunvieh den Ruf als „das Vieh des armen Mannes“, da für dieses keine betriebsfremden Futtermittel zugekauft werden müssen.

Der Bestand an Original Braunvieh war infolge des Vormarsches der einseitigen Milchtypen stark geschrumpft. Es gab eine Zeit, da war die Milch viel Wert, das Fleisch jedoch nicht und das Kraftfutter billig. Im heutigen, von marktverzerrenden Subventionen gelösten Umfeld ist Original Braunvieh für viele die wirtschaftlichere Rasse. Der Bestand (in der Schweiz) nimmt zu, währendem der gesamte Kuhbestand sinkt.

Das Original Braunvieh hat folgende Stärken und Alleinstellungsmerkmale:

  • Vielseitigkeit; für unterschiedlichste Produktionsformen geeignet
  • Das robuste Produktionsrind; guter Raufutterverwerter, kommt mit schlechten Umweltbedingungen zurecht
  • Mutterlinie in Mutterkuhhaltung; hohe Absetzgewichte der Kälber durch viel Milch, einfaches Kalben durch lange und breite Becken
  • ruhiger Charakter
  • Langlebigkeit

Die bovitec ag


Vision

Die bovitec ag fördert die nachhaltige Rindfleisch- (und auch Milch-) Produktion. Dies durch Aufbau eines auf Original Braunvieh und andere Zweinutzungsrinder zugeschnittenen Wertschöpfungsnetzwerks.


Mission

Die bovitec ag erschafft und betreibt die für das Wertschöpfungsnetzwerk erforderliche Informationstechnologie (IT). Diese soll Bauern helfen, eine zur industriellen Produktion alternative Strategie zu optimieren. Eine Strategie, welche in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht nachhaltig ist.


Nachhaltige Landwirtschaft

„Wir befinden uns im Jahre 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die römischen Legionäre…“ Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Asterix und Obelix. Diese ist für uns doch vorbildlich. Denn wir sagen „Wir befinden uns anfangs des dritten Jahrtausends. Die ganze Landwirtschaft wurde von einer Industrialisierung überrollt. Auch die ganze Rindviehhaltung? Nein! Einige unbeugsamen Bauern hören nicht auf, der Industrialisierung Widerstand zu leisten. Dank einer alternativen, nachhaltigen Strategie Pbehaupten sie sich tapfer. Ihnen geht es besser als anderen Bauern - und ihren Tieren sowieso. In der konventionellen Landwirtschaft wird pro Tier fast nichts mehr verdient. Deswegen werden immer mehr Tiere pro Betrieb gehalten - bis solche Betriebe schliesslich Fabriken ähneln. Die nachhaltige Strategie hat das Ziel, pro Tier mehr zu verdienen. Dies einerseits durch Senkung von Kosten wegen der günstigen Fütterung (Weide) und generell wenig Fremdkosten. Andererseits durch Steigerung der Erlöse durch Belieferung des Fleisch-Marktes. Und auch durch bessere Produktepreise, weil Konsumenten bereit sind, für nachhaltige und qualitativ hochstehende Produkte mehr zu bezahlen.


Produktionssystem mit Zweinutzungsrassen

Die Kuhmilch- und die Rindfleischproduktion haben sich in den meisten Ländern in zwei separate Wertschöpfungsketten aufgespalten. Die einen Bauern produzieren Milch, die anderen Fleisch. Diese Aufteilung wird immer weniger den Anforderungen der Märkte gerecht. „Wir haben zu viel Milch und zu wenig Kühe“ - diese Feststellung war in letzter Zeit verschiedentlich gemacht worden. Was damit gemeint ist: Milchkühe werden immer produktiver, deswegen braucht es immer weniger. Folglich gibt es auch weniger Kälber - und (sofern Milchrassentyp) für die Mast schlecht geeignete. Dabei verlangen die Rindviehmäster ständig zum Mästen geeignete Kälber. Auch Schlachtkühe sind Mangelware.

Gegenwärtig gibt es Zuchtprogramme und Vermarktungskonzepte für Milchrassen und solche für Fleischrassen. Ein Konzept, welches auf eine ZWEINUTZUNGSRASSE wie Original Braunvieh ausgerichtet ist, gibt es nicht. Ökonomisch sinnvoll erscheint, dass Tiere zu Mastzwecken (Kälbermast, Ochsenmast, Stierenmast) wie auch Nutzkühe zur Mutterkuhhaltung vorwiegend aus Milchviehbetrieben stammen. Die Mutterkuhhaltung derselben Zweinutzungsrasse soll in erster Linie dem Zuchtfortschritt bzgl. Fleisch dienen. - Damit Milchviehbetriebe ab und zu einen Stier aus Mutterkuhzucht in ihrer Herde einsetzen. Um den Erfordernissen der Märkte gerecht zu werden, sollen Milchviehbauern also auch danach streben, die Fleischigkeit in ihrer Herde züchterisch verbessern. Und Kühe zu halten, welche jedes Jahr ein zur Mast gesuchtes Kalb zu Welt bringen.


Wertschöpfungsnetzwerk

Eine Zweinutzungsrasse wie Original Braunvieh kann für alle Formen der Rindviehhaltung verwendet werden. Man spricht von einer Zweinutzungsrasse, hat es aber mit einer Mehrnutzungsrasse zu tun. Wirtschaftlich interessant wird es, wenn die Vielseitigkeit der Rasse für eine Arbeitsteilung genutzt wird. Sich spezialisieren, dabei aber unabhängig bleiben, das ist die Devise. Ein jeder macht das, was er am besten kann, vom Markt gefragt ist und auf seinen Betrieb passt.

Das bovitec System fördert diese Arbeitsteilung. Es trägt dazu bei, dass Spezialisten optimal zusammenarbeiten können. Dies durch die Schaffung eines elektronischen Marktplatzes, auf welchem diese Geschäfte transparent und effizient abgewickelt werden können. Mittels Spezialisierung wird der Systemteilnehmer zu einem Profi in seinem Gebiet und kann wirtschaftlicher produzieren.

Das bovitec System soll auch helfen, neue Märkte zu erschliessen. Insbesondere in Osteuropa wird grosses Potential gesehen. Die bovitec ag ist der Meinung, dass Zweinutzungsrassen wie Original Braunvieh perfekt in solche Länder passen. Züchter sollen einen Absatz für ihre Stiere finden. Und die Kunden können ihre Länder von Fleischimporten unabhängiger machen.

Das bovitec System soll jedem Betrieb mit Zweinutzungsrassen helfen, die Produktionstechnik zu optimieren und den bürokratischen Aufwand zu senken.

Roland Scheuber

Mir war wegen meiner Tierliebe schon als Kind klar, dass ich wie mein Vater Landwirt werden wollte. Nach meiner Lehre habe ich jedoch an der HAFL in Zollikofen (Schweiz) wie an der FH Kiel (Deutschland) Agrarwirtschaft studiert und abgeschlossen. Als Angestellter erlangte ich lehrreiche Einblicke in die betriebswirtschaftliche Situation von Landwirtschaftsbetrieben wie auch in den Rohstoffhandel. Meine Faszination galt schon immer den Kühen, speziell Original Braunvieh. Deswegen sah ich mich bspw. mal veranlasst, wegen einer Viehschau nach Südafrika zu fliegen. Ein anderes Mal habe ich dort die „Stockman School“, ein Kurs mit weltbesten Fachleuten als Referenten, besucht. Ziel mehrerer Aufenthalte in diesem Land mit langer Fleischrinder-Tradition war, von deren Fachwissen zu profitieren.

Heute führe ich einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb - natürlich mit Zucht von Original Braunvieh.

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r.scheuber@bovitec.swiss

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